Mitteilungen aus der Gemeinde November 2020

An - und Nach - Denken

Viele Menschen mögen den November nicht. Sie meinen, er sei grau und das stecke an. Das Laub, das im Oktober noch golden, rot und braun regelrecht die Welt erleuchtet hat, liegt nun nass und glitschig am Boden. Der November taucht das Leben in Düsternis und füllt die Seele bis an den Rand mit Trübsinn. Dazu kommen noch die stillen Gedenktage.

Doch wenn wir genau schauen, nehmen wir auch die weißen Nebelschleier wahr, die das, was uns selbstverständlich erscheint, verhüllen und es manchmal fremd, manchmal fragwürdig erscheinen lassen. Die die Welt in eine Stille tauchen.

Wir hören den Regen, dessen Tropfen immer wieder anders auf die Straßen prasselt, auf den Wiesen versumpft, an der Fensterscheibe herunter rinnt.

Wir ahnen die Weite und Ruhe, die beim Anblick der kahlen und kargen Landschaft entsteht. Stumm fragt sie, wie ich mein vergängliches Leben lebe.

Hinter dem Nebel, mitten im Regen und unter den Fragen schwingt auch eine Bitte mit, die mir nur im November vernehmbar scheint: Mich zu gewöhnen an die geheimnisvolle Schönheit der Ewigkeit. 

Dazu lädt der November ein.

Und sollte der Trübsinn überhand nehmen, sich Hoffnungslosigkeit breit machen, dann kann mir der Vers des Propheten Jeremias Trost spenden und Mut machen.

Gott weiß um unsere Sorgen, weiß, dass wir Fehler gemacht haben, dass uns manches misslungen, manches abhanden gekommen ist. Er weiß, dass wir nicht in Trübsal versinken dürfen, dass wir ein Ziel, eine Hoffnung brauchen.

Der Vers geht weiter: “Ich will sie zu  Wasserbächen führen, auf ebenen Wegen, auf denen sie nicht straucheln, denn ich bin Israels Vater und Ephraim ist mein erstgeborener Sohn.“

Das Volk Israel ist viele schwere Wege gegangen, musste Unrecht und Verfolgung erleiden. Noch heute wird es oft geschmäht und zum Sündenbock gemacht. Doch das ist nicht richtig. Gott hat sich zu seinem Volk Israel bekannt, hat es erwählt und bekennt sich zu ihm.

In seiner unendlichen Liebe hat er später beschlossen, dass alle Menschen die Möglichkeit haben sollen, einen Weg zu ihm zu finden.

So hat sich Gott erneut offenbart, hat seinen Sohn Jesus Christus in diese Welt gesandt, als Mensch, als Kind geboren, damit wir alle erkennen können: Gott will die Tränen trocknen, er will, dass Unrecht und Gottlosigkeit enden. Gott ist bereit zu einem Neuanfang. Das Wort gilt auch uns: Sind wir bereit, zu einem Neuanfang?

Der November erinnert uns, dass das Leben gefährdet und kurz ist. Er mahnt uns, das Wichtige zu sehen und zu tun, sich am Wort Gottes zu orientieren und das ewige Leben zu erreichen.

 

Veranstaltungen & Gruppen

Haben wir im Oktober noch geplant, wieder mit Veranstaltungen zu beginnen, so ist das Schnee von gestern. Um die Infektionszahlen wieder zu senken, sollen weiterhin alle Kontakte begrenzt werden. Das bedeutet für uns, dass alles, was dem „Vergnügen“ dient (also nicht lebensnotwendig ist) weiterhin nicht stattfindet. Im öffentlichen Raum dürfen sich auch nur noch Personen aus zwei Haushalten treffen, so dass auch die gemeinsamen Spazier- und Pilgergänge nicht stattfinden können.

 

22. November 2020 // Ewigkeitssonntag - Gedenken der Verstorbenen

Wir werden in der Kirche einen Gottesdienst am Morgen feiern und auch an unsere Verstorbenen dieses Kirchenjahres denken. Da die Plätze in der Kirche begrenzt sind, laden wir die Angehörigen nicht wie sonst extra dazu ein. Natürlich dürfen sie kommen. Geplant war eine größere Andacht als sonst auf dem Friedhof, aber das ist durch die neuen Bestimmungen auch nicht mehr möglich.

Wir laden daher alle Angehörigen der Verstorbenen, aber auch die Gemeinde zum Nachmittag in die Kirche ein.

Von 15 – 17 Uhr ist die Kirche g eöffne t und Sie haben dort die Möglichkeit bei leiser Musik innezuhalten, ein Gebet zu sprechen, eine Kerze anzuzünden, eine Blume abzulegen, ein Zeichen des Trostes mitzunehmen. Die Namen der Verstorbenen liegen aus, so dass wir uns ihrer erinnern und für die gemeinsame Zeit danken können.  

 

Advent “ Sie folgen dem Stern“

Von unserer Idee, dezentrale Gottesdienste an Orten in unserer Gemeinde im Advent zu feiern, müssen wir uns auch verabschieden. Nicht nur, weil für jeden Ort ein eigenes Hygienekonzept aufgestellt und eine Genehmigung eingeholt werden muss, sondern weil sich derzeit auch nur zwei Haushalte, also zwei Familiengruppen treffen dürfen.

Also versammeln wir uns doch an und in der Kirche wie gewohnt. Aber das angedachte Thema der Adventszeit bleibt: “ Sie folgen dem Stern“.

Am 1. Advent heißt es darum: „Ein Stern ist aufgegangen“.

Und wir haben ihn gesehen.

Auch wenn es uns an manchen Tagen schwer fällt zu glauben, so haben wir doch eine Hoffnung und eine Zukunftsperspektive. Wie die Sterndeuter damals, sehen auch wir heute einen Stern, brechen auf und folgen dem Stern auf unbekanntem Weg. 

 

Weihnachten

Ein erster Hinweis für die Weihnachtsgottesdienste. Auch sie werden dieses Jahr anders sein. Heiligabend werden wir weiterhin dem Stern folgen und schließlich die Krippe erreichen. Wie es genau funktioniert, wird Ihnen im Dezember mitgeteilt, denn noch sind viele Möglichkeiten offen. Auf jeden Fall wird es an der frischen Luft sein und Raum für alle geben.

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